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Thema „Rechtsextremismus“ im Unterricht

Thema „Rechtsextremismus“ im Unterricht: Verstehen vs. Moralisieren - Soziologische Reflexionen im Lernfeld Soziologie der gymnasialen Oberstufe

von Michael May, Andreas Dietz

abgedruckt in: Gesellschaft - Wirtschaft - Politik (GWP) 2/2005, S. 223-233

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Filmrezension "No Exit"
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Auszug

1. Einleitung

Die in regelmäßigen Abständen erscheinenden wissenschaftlichen Untersuchungen zu politischen Orientierungen Jugendlicher machen die Relevanz des Themas „Rechtsextremismus“ und „rechte Orientierungen“ für die Schule immer wieder deutlich (etwa Reinhardt/Tillmann 2001). Aber auch wiederkehrende Wahlerfolge rechter Parteien – wie jüngst in Brandenburg und Sachsen – sorgen dafür, dass das Thema auf der Tagesordnung bleibt. Die Tatsache, dass solche Parteien besonders bei Jugendlichen Erfolge erzielen, rückt die Möglichkeiten der Immunisierung von Jugendlichen durch Schule und Unterricht in das Zentrum des Interesses. Nicht zuletzt wird in Zeiten rechter Wahlerfolge eine Reaktion von Schule durch Politik und Medien eingefordert. Aus der Sicht des Lehrenden ergibt sich damit das Problem, wie man konkret die Herausforderung annehmen kann. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Ansätzen, die Vorschläge für eine ‚pädagogische Arbeit gegen Rechts’ unterbreiten. Die durch Unterrichtserfahrungen und theoretische Überlegungen angestoßene zentrale These dieses Aufsatzes ist, dass einige dieser Ansätze, obwohl sie für bestimmte Lerngruppen probate Wege einer Pädagogik gegen Rechts darstellen, Schwächen aufweisen und dass Ansätze zur Förderung der Ich-Stärke durch kognitives Lernen der Schüler besonders gut für einen Unterricht gegen Rechts geeignet sind. Diese These mündet in die Konzeption einer Unterrichtseinheit gegen rechtes Gedankengut. In einem ersten Schritt (Kap. 2) wird besprochen, was unter rechtem Gedankengut verstanden werden soll (Kap. 2.1) und wie es ursächlich erklärt werden kann (Kap. 2.2). Dies ist die Voraussetzung für zwei weitere Schritte (Kap. 3), in denen die verschiedenen pädagogischen Ansätze gegen Rechts skizziert werden (Kap. 3.1) und deren Effektivität vor dem Hintergrund der Ursachenforschung diskutiert werden wird; hier erfolgt auch die begründete Entscheidung für einen spezifischen pädagogischen Ansatz als theoretische Grundlage für die zu entwickelnde Unterrichtseinheit (Kap. 3.2). Im Anschluss (Kap. 4) werden Inhalt und Thema der Unterrichtseinheit geklärt (Kap. 4.1) und der didaktisch-methodische Gang der Unterrichtseinheit dargestellt (Kap. 4.2). Der Aufsatz schließt mit einigen Anmerkungen zum gehaltenen Unterricht und mit einem Fazit (Kap. 5).

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