Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Forschung

Das Forschungsprofil des ZSB weist zwei zentrale Linien auf: Die erste wird über Schul- und Schulentwicklungsforschung, Unterrichts- und fachdidaktische Forschung sowie Lehrerforschung gebildet.
Eine zweite Linie besteht in der Verbindung der Schul- und Unterrichtsforschung mit der Kindheits- und Jugendforschung. In dieser Perspektive werden Handlungs- und Bildungsräume von Kindern und Jugendlichen in ihrer Vernetzung untersucht. Entsprechend dieser beiden Linien weist das ZSB vier Forschungsschwerpunkte auf.

Forschungsschwerpunkt I: Bildungs- und Sozialisationsprozesse von Kindern und Jugendlichen im Zusammenspiel verschiedener Handlungsräume

In diesem Schwerpunkt konkretisiert sich vor allem die Verbindung von Kindheits-, Jugend- und Schulforschung. Dabei steht vor allem das Zusammenspiel der Schule als Handlungs- und Bildungsraum mit den Peers und der Jugendkultur, mit Instanzen der Jugendhilfe und Sozialarbeit, mit medialen Bildungsräumen oder der Familie im Mittelpunkt des Forschungsinteresses. Thematisch reicht das Spektrum von Forschungen zu Schulkarriere und Schülerbiografie, schulischen Selektionsprozessen, dem Verhältnis von Jugendkultur und Schule, Bildungspro-zessen im Rahmen der Peers bis hin zu Fragen der politischen Sozialisation und Bildung im Kindes- und Jugendalter sowie zu Phänomenen wie etwa Devianz, Gewalt und psychosozia-len Problemlagen von Kindern und Jugendlichen.

Forschungsschwerpunkt II: Schul- und Schulentwicklungsforschung

Forschungen zum Zusammenhang von Schulsystem und Einzelschule, die auf die Klärung der Konsequenzen einer Stärkung der Schulautonomie und einer Umstellung auf Outputsteuerung bezogen sind, stehen in diesem Bereich im Zentrum. Von besonderer Bedeutung sind dabei,
Untersuchungen zu den Konsequenzen der Umsteuerung des Schulsystems für die Schulen und deren Auseinandersetzung mit Standards und Qualitätskontrollen sowie Forschungen zu den erneuten umfassenden Transformationsprozessen der ostdeutschen Schullandschaft auf Grund des demografischen Wandels. Des Weiteren gehören dazu Forschungen zu Entwick-lungen in Richtung einer Ausweitung der Zuständigkeit von Schulen, wie sie etwa in Konzepten von Ganztagsschulen zum Ausdruck kommen und Forschungen zur Schulentwicklung und Schulkulturgestaltung sowie zur Begleitung und Evaluation von Modellversuchen und Schul-reformen.

Forschungsschwerpunkt III:
Unterrichts- und fachdidaktische Forschung

Dieser Forschungsschwerpunkt richtet die Aufmerksamkeit auf die Strukturierung der Fach-inhalte, die interaktiven und psychischen Prozesse im Binnenraum des Unterrichts. Dabei geht es im engeren Sinne um Forschungen, die auf die Qualität und Bildungsbedeutsamkeit des Unterrichts für fachliche Lern- und Bildungsprozesse sowie die didaktische und methodische Gestaltung des Fach- und fächerübergreifenden Unterrichts zielen. Besondere Beachtung wird den sozialisatorischen und bildungsbedeutsamen Interaktionen und den kulturellen Praktiken in Schule und Unterricht – also der sozialen Basierung von Bildungsprozessen – geschenkt. Unterricht soll aus verschiedenen Perspektiven (Schüler, Lehrer) in den Blick genommen werden. Damit wird die Unterrichtsforschung des ZSB sowohl an die Kindheits- und Jugend-forschung, als auch an die Lehrer- und Professionsforschung anschlussfähig.


Forschungsschwerpunkt IV:
Lehrer- und schulbezogene Professionsforschung

Die Forschung des ZSB zielt in diesem Schwerpunkt auf die Klärung komplexer Zusammen-hänge der Lehrerprofessionalität: Etwa zwischen (berufs-)biografischen Verläufen und professionellen Haltungen und Handlungsmustern, zwischen Wissen und Können, zwischen institutionellen und organisatorischen Strukturen und professionellen Möglichkeiten und Belas-tungen von Lehrkräften. Dabei wird insbesondere der Lehrerbildungsforschung in ihrer Relevanz für die Lehrerprofessionalität Bedeutung geschenkt.

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