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Profession und Institution. Rekonstruktionen zum Passungsverhältnis von Lehrerhabitus und Schulkultur

gefördert durch die DFG

Laufzeit 01/2018 - 06/2020

Inhalt

Es gilt mittlerweile als unbestritten, dass der Prozess des Lehrerwerdens und -bleibens ein höchst komplexer, individueller und auch krisenhafter lebenslanger Prozess ist, der sich aus dem Zusammenspiel von personen- und situationsspezifischen Komponenten ergibt. Dieser erfordert von den Lehrerinnen und Lehrern einen permanenten Abgleich zwischen den eigenen Orientierungen und den beruflichen und auch schulischen Anforderungen, um ein Passungsverhältnis zwischen der Schule und dem eigenen pädagogischen Handeln herstellen zu können. Denn die individuelle Professionalisierung findet immer auch vor dem Hintergrund der Realität einer konkreten Einzelschule statt. Wird diese Relation von Institution und Profession durch eine strukturtheoretische Brille betrachtet, so lässt sich die jeweilige Schulkultur der Einzelschule als symbolische Ordnung auffassen, die als Ermöglichungs- bzw. Begrenzungsraum für die Entfaltung pädagogischer Professionalität fungiert. Zu diesem Professionalisierungsraum können die jeweiligen Lehrerhabitusformationen in einem mehr oder weniger spannungsvollen Verhältnis stehen.

Inwieweit das Zusammenspiel von Schulkultur und Lehrerhabitus die Entwicklung pädagogischer Professionalität beeinflusst, ist bislang noch nicht hinreichend thematisiert und diskutiert worden. Und auch eine umfassende Rekonstruktion förderlicher und hinderlicher Faktoren für individuelle Professionalisierungsprozesse ist bislang nicht vollzogen worden. In dem hier vorgestellten Projekt soll daher untersucht werden, wie Professionalisierungsprozesse im Spannungsfeld von Lehrerhabitus und Schulkultur verlaufen.

Mit Bezug auf einschlägige Beiträge zur Lehrerhabitus-, Professionalisierungs- und Schulkulturforschung werden an zwei kontrastiv ausgewählten Einzelschulen (Exklusives Gymnasium und Integrierte Gesamtschule) Materialien erhoben und sequenzanalytisch ausgewertet, um Schulkultur und Lehrerhabitus in idealtypischen Konstellationen zu bestimmen. Auf der Grundlage schulischer Selbstpräsentationen sowie über Gruppendiskussionen mit ausgewählten Lehrerinnen und Lehrern werden mit der dokumentarischen Methode die zentralen Bedingungen (Möglichkeiten und Begrenzungen) für lehrerseitige Professionalisierungsprozesse rekonstruiert.

Auf der Basis ausgewählter berufsbiografischer Lehrer*inneninterviews werden dann mit der Methode der sequenzanalytischen Habitusrekonstruktion die jeweils vorliegenden Formen des Lehrerhabitus herausgestellt und anhand eines heuristischen Modells zum professionellen Habitus auf den jeweils erreichten Professionalisierungsgrad hin geprüft. Abschließend sind mehrstufige innerschulische und schulübergreifende Kontrastierungen geplant, um das Spektrum und die Bedingungen von Professionalisierungsprozessen freizulegen, welche ihre praxisrelevante Bedeutung vor allem auch für die Gestaltung der Lehrerbildung erhalten.

Bearbeitung und Kontakt

Projektleiterin

Dr. Hilke Pallesen (i)

Projektmitarbeiterin

M.Ed. Dominique Matthes (i)

wissenschaftliche Hilfskräfte

Leonard Borchert

Kontakt

Zentrum für Schul- und Bildungsforschung
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Franckeplatz 1, Haus 31
06099 Halle

Tel.:

0049-(0)345 55 23777
0049-(0)354 55 21712

E-Mail:



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