Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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„Qualitätskapazität“ Untersuchung des Mehrwerts von zusätzlichem Lehrpersonal des Qualitätspakts Lehre für die akademische Lehre

Laufzeit

(9/2015 – 12/2017)

Projektleitung

Dr. Roland Bloch (i), Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Soziologie

Wissenschaftliche Mitarbeiter

Monique Lathan M. Sc. (i), Alexander Mitterle M.A. (i), Dr. Carsten Würmann (i), Dr. Christian Rennert (i)

Das Projekt „Qualitätskapazität. Untersuchung des Mehrwerts von zusätzlichem Lehrpersonal des Qualitätspakts Lehre für die akademische Lehre“ (QuaKap) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Förderlinie „Begleitforschung zum Qualitätspakt Lehre (QPL)“ gefördert. Ziel des zweijährigen Forschungsprojektes ist es, die quantitativen und qualitativen Effekte von Maßnahmen des Qualitätspakts Lehre an den Hochschulschulen zu untersuchen. Ausgangspunkt der Untersuchung ist, dass der QPL es den Hochschulen ermöglicht, zusätzliches Personal für die Lehre einzustellen, ohne dass sie dadurch gleichzeitig ihre Ausbildungskapazitäten, also die Zahl der Studienplätze, erhöhen müssen. Sie sollen mit diesem Personal bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre schaffen. Das kapazitätsneutrale und somit zusätzliche Lehrpersonal soll zu einer ‚Qualitätskapazität‘ werden. Im Zentrum des Forschungsprojektes steht die Frage, ob und wenn ja, wie die zusätzlichen Mittel und insbesondere das zusätzliche Lehrpersonal strategisch für den Aufbau einer solchen ‚Qualitätskapazität‘ genutzt werden, wie also mit dem zusätzlichen Lehrpersonal ein kapazitätsneutraler Mehrwert geschaffen wird. Für die Untersuchung mit fünf QPL-Projekten kooperiert, davon drei an Universitäten und zwei an Fachhochschulen.

Empirische Grundlage der quantitativen Bestimmung der ‚Qualitätskapazität‘ ist erstens eine Kompletterhebung des im QPL eingesetzten zusätzlichen Lehrpersonals an allen Hochschulen. Diese Erhebung dient zur feldanalytischen Einordnung der Maßnahmen, die an den kooperierenden Hochschulen durchgeführt werden. In einem zweiten Schritt wird die quantitative Bedeutung des kapazitätsneutralen Mehrwerts an den untersuchten Hochschulen bestimmt. Hierzu werden die vom zusätzlichen Lehrpersonal angebotenen Lehrveranstaltungen erhoben und in Relation zum gesamten Lehrangebot gesetzt. Auf diese Weise können strukturelle Veränderungen im Lehrangebot und im Lehrkörper erschlossen werden.

Durch organisationsbezogene Fallstudien an fünf QPL-Projekten bzw. Hochschulen wird der durch die ‚Qualitätskapazität‘ generierte Mehrwert qualitativ erschlossen. Dabei werden zum einen die hochschul- und fachbereichsspezifischen Rahmenbedingungen in den Blick genommen, um das Netz heterogener Anforderungen (rechtliche Vorgaben, Ressourcenausstattung, Maßnahmen der Qualitätssicherung, Zahl der Studierenden usw.) an den Status quo des Lehrbetriebs sichtbar zu machen. Zum anderen geht es darum, Effekte der QPL-Maßnahmen in diesem Netz zu identifizieren, d.h. ob und wenn ja, wie es gelingt, einen kapazitätsneutralen Mehrwert zu schaffen, der über die aktuelle Lehrsituation hinausweist.

Auf dieser empirischen Grundlage generiert das Forschungsprojekt Wissen über die Effekte kompetitiver kapazitätsneutraler Mittel für das Lehrangebot. Es adressiert direkt die Frage, wie durch ein allseits gefordertes Mehr an Mitteln bzw. Personal für die Lehre die Lehr- und Studienbedingungen verbessert werden. Anhand der quantitativen und qualitativen Bestimmung der Qualitätskapazität lässt sich zeigen,

  • wo und in welchem Umfang das zusätzliche QPL-Personal in der Lehre eingesetzt wird;
  • in welcher Form Mehrwert durch das zusätzliche Lehrpersonal für die Lehre erzeugt wird, d.h. welche Funktion es erfüllt;
  • wie nachhaltig das zusätzliche Lehrpersonal eingesetzt wird, d.h. inwiefern es Teil des Profils der Hochschule ist, in einen kontinuierlichen Lehrkörper überführt und in bestehende oder neue Lehr- und Karrierestrukturen eingefügt wird;
  • wie die Hochschulen mit der rechtlichen Problematik eines verstetigten Einsatzes kapazitätsneutralen Personals umgehen, d.h. ob, und wenn ja, wie die Kapazitätsneutralität der zusätzlichen Mittel und der zusätzlichen Lehrangebote begründet wird;
  • inwiefern Unterschiede zwischen Hochschultypen zum Tragen kommen.

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