Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Hochschullehre zwischen Organisation und Interaktion: Formate, Fachlichkeiten, Governance

Organisation: Roland Bloch, Ulrike Deppe & Hannes König

Ort: ZSB/Online Vortragsraum MLUconf

Veranstaltungstermine

Montag, 19.04.2021, 18:15 – 20:00 Uhr
PD Dr. Thomas Wenzl (Leibniz Universität Hannover):
Zwischen Interaktions- und Öffentlichkeitsanspruch: Überlegungen zu einem elementaren Spannungsfeld universitärer Lehre

Montag, 17.05.2021, 18:15 – 20:00 Uhr
Prof. Dr. Jan Nespor (Ohio State University):
Network pedagogies and the modularization of knowledge in American higher education

Montag, 14.06.2021, 18:15 – 20:00 Uhr
Dr. Nicole Balzer & Prof. Dr. Johannes Bellmann (Westfälische Wilhelms-Universität Münster):
‚Kritik üben‘: Zu Übersetzungen einer diskursiven Anrufung in erziehungswissenschaftlichen Lehrveranstaltungen

Montag, 28.06.2021, 18:15 – 20:00 Uhr
Prof. Dr. Stefan Kühl (Universität Bielefeld):
Vorteile und Nachteile der Kommunikation unter Abwesenden

Montag, 12.07.2021, 18:15 – 20:00 Uhr
Dr. Roland Bloch & Alexander Mitterle (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg):
Wie wird die Hochschule zum Akteur in der Lehre? Zu den Möglichkeiten und Grenzen der Organisation der Hochschullehre


Hochschullehre soll – je nach Studiengang mit unterschiedlicher Gewichtung – als Praxis akademisches Wissen vermitteln, berufspraktische Kompetenzen ausbilden sowie habituelle Dispositionen transformieren. Die Hochschule als Organisation muss zum einen die hierfür nötige Infrastruktur bereitstellen und ein ordnungsgemäßes Studium gewährleisten. Zum anderen ist in jüngster Zeit in zunehmendem Maße die Erwartung an die Hochschulen herangetragen worden, für die Qualität der Lehre Sorge zu tragen. Unter dem Vorzeichen der Freiheit von Forschung und Lehre sind ihr allerdings hinsichtlich der formalen Organisation der Hochschullehre Grenzen gesetzt; ein ‚Durchregieren‘ bzw. direkter Eingriff in die Gestaltung der Hochschullehre ist nicht möglich. Dies liegt auch in der eigenlogischen Praxis der Hochschullehre begründet. Ihr Vollzug lässt sich, mit Luhmann gesprochen, nicht erfolgssicher programmieren. Empirisch zeigt sich, dass die beteiligten Akteure die Hochschullehre abhängig von spezifischen Gesichtspunkten unterschiedlich wahrnehmen, mit Sinn versehen und gestalten. Die Gesprächsreihe zielt vor diesem Hintergrund darauf, die Hochschullehre als Interaktionspraxis eigener Ordnung in ihren Wechselbeziehungen mit organisationalen Gestaltungsansprüchen zu erkunden.

Entlang der Aspekte Formate, Fachlichkeit und Governance werden unterschiedliche disziplinäre, theoretische und inhaltliche Perspektiven auf Hochschullehre diskutiert: Welche Gemeinsamkeiten und Differenzen gibt es zwischen den vielfältigen Formaten der Lehre, die durch die Fachdisziplinen im jeweiligen Studienkontext angeboten werden? Was zeichnet die Praxis der Hochschullehre auch und gerade in Abgrenzung zu anderen formalen Praxen der Wissensvermittlung und Ausbildung (Schule, Weiterbildung) aus und welche ‚Beteiligungsrollen‘ sieht sie vor? Wie wird Fachlichkeit in der Lehre handlungspraktisch sichtbar und konstituiert? Welche Formalstrukturen rahmen die Lehrpraxis und wie haben sich diese mit Blick auf die Bologna-Reformen, die rasant gestiegene Hochschulbildungsbeteiligung sowie aktuell die Digitalisierung im Zuge der pandemiebedingten Einschränkung der Präsenzlehre verändert? Welche Konsequenzen haben Reformen der internen Governance von Hochschulen und damit einhergehende Erwartungen eines zunehmenden Wettbewerbs im Hochschulsektor für die Hochschullehre? Wie werden organisationale Strategien in der Lehre gedacht und wie wird ihnen organisationsweit Geltung verschafft?

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